Ansicht Ost. Das Taunerhaus steht in der Zone für Landwirtschaft im kleinen Weiler Gmeiwisli am Nordhang der Stammheimerbergs oder Stammerbergs.

Umbau Taunerhaus, Kaltenbach TG


Das zweihundertfünfzig Jahre alte Taunerhaus liegt am Rande eines kleinen Weilers mitten in der Landschaft und überblickt eine kleine Talsenke.

Vor der Renovation stand es während dreissig Jahren leer. Sein baulicher Zustand war nach dieser langen Zeit sehr schlecht. Das vorgefundene Raumangebot konnte ohne nennenswerte Grundriss- oder Fassadenanpassungen zu einem Wohnhaus umgenutzt werden. Einzig auf der zuvor fensterlosen Westseite erfolgte ein grosser Wanddurchbruch für einen Ausblick in die offene Landschaft und über die weite Talsenke.

Die Riegelkonstruktion war noch intakt und konnte restauriert und ergänzt werden. Die Aussenwände sind beidseitig mit Dämmputz isoliert. Die inneren Riegelwände blieben sichtbar, die Riegelfelden und die Aussenwandoberflächen wurden mit Sumpfkalk verputzt. Als Bodenbelag wurden gebeizte und versiegelte Grobspanplatten verlegt.


Eckdaten

  • Ort: Weiler Gmeiwisli, 
    Kaltenbach TG

  • Verfahren: Direktauftrag
    Projektierung 1996
    Ausführung 1997/98

  • Aufgabe: Umbau und Sanierung

  • Zusammenarbeit: 
    Architektur: Martin Schneider
    und Thomas Twerenbold, Zürich

    Denkmalpflege Kanton Thurgau:
    Urs Fankhauser

    Landschaftsgestaltung: Grünwerk,
    Winterthur, Jakob Gasser

  • Fotograf: 
    Falk Baron Rausch von Traubenberg,
    Hamburg DE


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**Ostfassade**  Die Ostseite des Taunerhauses ist bis auf den bereits vorgefundenen Einbau eines direkten Zugangs in den Garten unverändert. Der Holzschild des Giebelfeldes wurde in einer Deckleistenschalung erneuert und die Umlenkrolle als Lastenaufzug unter dem First wieder angebracht. Im Vordergrund steht ein Apfelbaum als Hochstamm der traditionsreichen Liebehabersorte Gravensteiner.
Die beiden Arbeitszimmer und das Schlafzimmer liegen im Obergeschoss. Die inneren Riegelwände des Altbaus bleiben sichtbar. Die Riegelfelder werden neu mit Sumpfkalk verputzt und mit dem Riegel weiss gestrichen. Die Holzbalkendecke bleibt sichtbar und wird, wie die Gipsfelder zwischen den Balken, weiss gestrichen.
**Ansicht West ** Die Westfassade des Taunerhauses ist mit neuen in Stahlrahmen gefassten Fenster-Öffnungen ausformuliert. Der Klappladen des Dachfensters übernimmt in geschlossenem Zustand die offene Holzschalung des Giebeldreiecks. Die Dachflächen sind mit Isofloc isoliert und mit Bieberschwanz-Ziegeln gedeckt. Der historische Dachabsatz zwischen dem ursprünglichen Wohnteil und dem Ökonomieteil wurde beibehalten.
Die beiden Arbeitszimmer und das Schlafzimmer liegen im Obergeschoss. Die inneren Riegelwände des Altbaus bleiben sichtbar. Die Riegelfelder werden neu mit Sumpfkalk verputzt und mit dem Riegel weiss gestrichen. Die Holzbalkendecke bleibt sichtbar und wird, wie die Gipsfelder zwischen den Balken, weiss gestrichen.
**Badezimmer**  Im Erdgeschoss und Obergeschoss liegen je ein Badezimmer. Beider Bäder sind mit blauen und grünen Glasmosaik Fliesen von Bisazza gefliest.
**Essraum**  Der Essraum wird durch die geöffnete Riegelwand mit dem Wohnraum verbunden. Zur räumlichen Vergrösserung der niederen Geschosshöhen wird der Wohn-Essraum durch ein raumgrosses Fenster bis in den Gartenraum verlängert. Die Balkendecke bleibt sichtbar und wird, wie die Gipsfelder zwischen den Balken, weiss gestrichen. Die Gebäudehülle als Riegelwerk wird zur Verbesserung des Dämmwerts (U-Wert) innen und aussen Haga Dämmputz nachisoliert und mit Sumpfkalk verputzt.
**Essraum**  Der Essraum wird durch die geöffnete Riegelwand mit dem Wohnraum verbunden. Zur räumlichen Vergrösserung der niederen Geschosshöhen wird der Wohn-Essraum durch ein raumgrosses Fenster bis in den Gartenraum verlängert. Die Balkendecke bleibt sichtbar und wird, wie die Gipsfelder zwischen den Balken, weiss gestrichen. Die Gebäudehülle als Riegelwerk wird zur Verbesserung des Dämmwerts (U-Wert) innen und aussen Haga Dämmputz nachisoliert und mit Sumpfkalk verputzt.
Die Küche ist eine Schreinerarbeit in dunkelblau gespritzten MDF-Platten ausgeführt. Die Küchenabdeckung ist in Chrom-Nickel-Stahl (CNS) und die Spülbecken sind die Arbeitsfläche eingeschweissten. Ein Food Center mit integriertem Eiswürfel- und Wasserdispenser steht freigestellt in der Raumecke. Ein halbhoher Schrank für Geschirr und Besteck aus Buche und einer mit CNS belegten Arbeitsfläche trennt die offene Küche vom Essraum.
Das Schlafzimmer liegt im Obergeschoss und ist nur als gefangener Raum über das Arbeitszimmer erschlossen. Die inneren Riegelwände des Altbaus bleiben sichtbar. Die Riegelfelder werden neu mit Sumpfkalk verputzt und mit dem Riegel weiss gestrichen. Die Holzbalkendecke bleibt sichtbar und wird, wie die Gipsfelder zwischen den Balken, weiss gestrichen.
**Fensterfront Westfassade ** Das Wohnzimmer im Erdgeschoss und das Arbeitszimmer im Obergeschoss erhalten je ein grosszügiges Hebeschiebefenster. Ein Stahlrahmen fasst die beiden raumgrossen Öffnungen zu einer zusammen. Ein kleiner Balkon im Obergeschoss ermöglicht den Austritt aus dem Arbeitszimmer. Eine kleine Stahltreppe führt vom Wohnzimmer in den Garten.
**Treppenhaus**  Die drei Wohnebenen sind mit einer leichten, möglichst transparenten Stahltreppe verbunden. Das Treppenhaus bleibt so möglichst als offener, unverstellter Wohnraum erhalten.
**Treppenhaus**  Die drei Wohnebenen sind mit einer leichten, möglichst transparenten Stahltreppe verbunden. Das Treppenhaus bleibt so möglichst als offener, unverstellter Wohnraum erhalten.
**Wohnraum**  Der Wohnraum wird durch eine neue raumgrosse Fensteröffnung in den Gartenraum vergrössert. Die niederen Innenräume erhalten dadurch eine Weite und Grosszügigkeit. Die inneren Riegelwände des Altbaus bleiben sichtbar. Die Riegelfelder werden neu mit Sumpfkalk verputzt und mit dem Riegel weiss gestrichen. Die Holzbalkendecke bleibt sichtbar und wird, wie die Gipsfelder zwischen den Balken, weiss gestrichen.
**Ansicht West, Gartenseite ** An der ursprünglich geschlossenen Westseite des Taunerhauses konnten neue, grosszügige Öffnungen zugefügt werden. Ein Stahlrahmen fasst die raumgrossen mit Hebeschiebetüren versehenen Öffnungen über zwei Geschosse zusammen. Ein kleiner Balkon im Obergeschoss ermöglicht einen Austritt aus dem Arbeitszimmer. Die Fenster der Badezimmer und des Schrankraums sind frei verteilt über die zweite Hälfte der Fassade und halten sich in ihrer Positionierung im Gleichgewicht. Der Garten im Vordergrund ist reichhaltig mit einheimischen Blumen und Sträuchern bepflanzt.
**Taunerhaus Kaltenbach, Ansicht West, Gartenseite ** Das Taunerhaus ist nur halbseitig talwärts unterkellert. Um eine angemessenen Stehhöhe im Untergeschoss zu erreichen wurden die Kellerwände in Bollensteinmauerwerk etappenweise unterfangen, so dass das Bodenniveau abgesenkt werden konnte. Der bestehende Aussenzugang wurde erhalten. Im Innern des Hauses wurde mittels einer Bodenklappe eine neue Kellertreppe eingebaut, so dass der direckte Zugang aus dem Erdgeschoss möglich wurde. Der Bodenbelag im Untergeschoss besteht aus flachgelegten Lochziegelsteinen, welche mit Splitt abgesandet wurden. So konnte das gute Kellerklima für die Lagerung von Obst, Gemüse und Wein erhalten werden. Im Randbereich gegen Norden wurde eine Betonplatte als Sockel für die Haustechnik, eine Wärmepumpe mit Erdsonde und den Boiler, erstellt.
**Taunerhaus Kaltenbach, Ansicht West, Gartenseite **  Das Taunerhaus war ursprünglich entlang der inneren Trennwand in Nord-Süd Richtung in den Wohn- und den Ökonomieteil getrennt. An der Südseite der Küche verlief die Treppe für die Erschliessung der beiden Kammern im Obergeschoss. Der breite Korridor war der Zugang in die Scheune und dem darüber ligenden Tenn. Die heutige Waschküche und das Badezimmer liegen im ehemaligen Kleintierstall. Heute sind die nördliche Kammer und das tenn zum Wohn- und essraum zusammengeschlossen. Im Bodenbelag des  Korridors befindet sich die Klappe als Zugang für den erweiterten Keller. Die Treppe für das Ober- und Dachgeschoss liegen ebenfalls in diesem Korridor. Die Westfassade ist duch einen  neue, grosse Öffnung kekenntzeichnet. Diese öffnet sich in den Garten und weiter in die Landschaft des breiten Reihntals. Der Blick aus dem Wohnzimmer reicht bei guter Fernsicht bis ins Gebirge des Randens.
**Taunerhaus Kaltenbach, Ansicht West, Gartenseite **  Auch das Obergeschoss teilt sich in vier Quatranten, wobei in einem Quadrat die Treppe liegt. Demzufolge ist eine Kammer, die eigentliche Schlafkammer, nur über das erste Zimmer als sogennantes gefangenes Zimmer zu erreichen. Über den ursprünglichen Stallungen des Erdgeschosses wurde das zweite Bad und ein Schrankraum eingebaut. Die nördliche Kammer im vierten Quadrant öffnet sich über die selbe Öffnung des Erdgeschosses in den Gartenraum, die nahe Hügellandschaft und das breite Reihntal. Die Fernsicht in das ferne Gebirge des Randen ist noch ausgeprägter aus diesem Geschoss.
**Taunerhaus Kaltenbach, Ansicht West, Gartenseite **  Im Schnitt ist die Lage der einseitigen Unterkellerung in sinkender Hanglage sichtbar. Ebenso sind die Unterfangungen der Bollensteinmauern des Untergeschosses, die Lage der internen Treppeverbindung vom Untergeschoss ins Erdgeschoss sowie die Bodenklappe mit den Gasdruckfedern sichtbar. Das Dachgeschoss wird ebenfalls mit einer Bodenklappe vom Treppenhaus abgetrennt.